Zur Erklärung zunächst ein Kartenausschnitt: "Sachsen - Dresden".
Die Gegend östl. von Dresden bis Neustadt in Sachsen.
Etwa nach zweidrittel der Wegstrecke die Burgstadt Stolpen (bekannt durch die hier gefangengehaltene Mätresse August des Starken)
Im Straßendorf Langenwolmsdorf und darum herum, (Stolpen, Lauterbach, Polenz) finden sich in den Kirchenbüchern
die frühesten Eintragungen des Namens Forker.
Fragt man sich nach der Herkunft seiner "Forker Vorfahren", so wird man schnell feststellen, dass die Grosseltern meist aus dem evangelischen Sachsen, jedoch deren weitere Vorfahren aus der Umgebung von 01833 Stolpen und letztlich nur noch aus Langenwolmsdorf, bzw. aus dem nördlichen Nachbarort Lauterbach oder dem in Richtung Neustadt gelegenem Polenz kommen.
So kommen tatsächlich die Spitzen-Ahnen der drei Hauptstämme aus Langenwolmsdorf.
Der Leinweber Mattheus Forker (Matz) (Stamm # 127) wäre als erster Spitzenahn des Hauptstammes zu nennen, er verstarb laut Kirchenbuch Langenwolmsdorf am 04.12.1634 im Alter von 80 Jahren und müsste somit bereits 1554 geboren sein. Von ihm wurden bisher 16 Generationen mit etwa 655 männlichen Nachkommen ermittelt, die über ganz Deutschland verstreut und selbst bis in Australien, leben.1
Thomas Forker (Stamm # 1698) ist zweiter Spitzenahn. Er war der Vater (lt. Kirchenbuch Langenwolmsdorf) seines am 24. Januar 1612 geborenen 3. Kindes Georg und müsste circa 1555 geboren sein. Seine Nachkommen umfassen inzwischen 13 Generationen, die heute in Deutschland und Südamerika leben.1
Dritter Spitzenahn ist Antonius Forker (Stamm # 3613) der ebenfalls schon um 1562 in Langenwolmsdorf geboren sein muss, da sein Sohn Johannes am 10. Jan. 1610 geboren wurde. Diese Linie ist etwa 1920 nach 11 Generationen im Mannesstamm ausgestorben.1
Aus dem Kirchenbuch Lauterbach wissen wir von Mattheus Forker Stamm # 197), der um 1560 dort geboren sein könnte, da er am 08. Dez. 1633 mit 73 Jahren, sowie seine Frau im Ort an der Pest verstarb. Von ihm lassen sich die heute bereits in der 14. Generation in Sachsen lebenden Furker Familien herleiten.2
Die Dorfchronik von Polenz gibt uns Kunde vom Dorfältesten Nickel Forker (Stamm # 4238) und in den Kirchenbüchern von Neustadt finden sich Einträge über ihn und seine Kinder, d.h. Geburten, Heiraten und Sterbefälle ab 1578 - 1593. Weitere direkte Nachkommen konnten noch nicht ermittelt werden, obwohl einige der heutigen Linien ihre Wurzeln in Polenz haben.
Das sind aus den Kirchenbüchern (der bisher erforschten Linien) die früehesten direkten Vorfahren Nachweise, aus denen sich auch die Filation (Eltern - Kindverbindung) ermitteln lies.
Darüber hinaus finden sich im Kirchenbuch von Langenwolmsdorf weitere Sterbeeinträge Forker, aus deren Sterbealter, auf deren Geburt um 1530 geschlossen werden kann.
Nach der Reformation zu Beginn der Kirchenbuch-Registrierung um 1607, finden sich in Langenwolmsdorf, bereits 10 Bauernfamilien Forker, die schriftlich verschieden festgehalten wurden. (Forgwar, Forgkwer, Forgwer, Forckwer, Forcker, Furker).
Doch schon in dem aus dem Jahre 1559 erhaltenem Amtserbbuch3 von Stolpen mit etwa 50 umliegenden Orten, finden sich nur in Langenwolmsdorf und in Lauterbach 11 bzw. 7 Bauernfamilien Forker. Da es sich in diesen Fällen um die Vererbung von Haus und Grund (Hof und Feld) handelt, kann nur bedingt die Vater - Sohn-Beziehung vermutet werden, da es ja auch Vettern betreffen kann.
Dazu teilte 1994 der Dresdner Genealoge Herr Kurt Wensch+ mit, nach dem er die Landsteuerlisten für Polenz von 1543, 1547, 1552, und 1554 durchsah und feststellte: "Den frühesten Nachweis fand ich 1601, als Hans Forker sein Gut an den Sohn verkauft. Leider gibt es kein vorhergehendes Kaufbuch, das vermutlich einen Herkunfts-Hinweis ergeben hätte. Zu den Ureinwohnern gehören die Forker offenbar nicht, denn die Durchsicht der Landsteuerlisten ergab kein Namensvorkommen".
Damit sind die frühesten sächsischen urkundlichen Quellen (Kirchenbücher und Regesten im Haupstaatsarchiv Dresden) erschlossen und weitere Nachforschungen zu früheren Vorfahren können nur über die Herkunft des Namens Forker (insbesondere über seine frühe Schreibweise) weiter führen.
Sollte Forker wirklich die Berufsbezeichnung von Leuten sein, die sich mit der Herstellung oder dem Vertrieb von Heu- oder Mist-Gabeln beschäftigten4, so müsste meines Erachtens der Name schon früher in weiten Teilen Deutschlands Verbreitung gefunden haben, wie beispielsweise Schmied, Schuster, Müller, Meier u.a. Berufsnamen.
Lassen Sie sich also weiter führen und folgen Sie dem in England und Amerika urkundlich belegten Weg, wo aus schottischen Farquhar Einwanderern, Forker Farmer wurden5, wie wahrscheinlich auch in Langenwolmsdorf. Schauen wir uns dazu die bis etwa 1530 stets nur mündlich weitergegebenen und erst ab diesem Zeitpunkt erfolgten ersten schriftlichen Fixierungen unseres Namens an, so liegt auch hier der Verdacht nahe, dass es sich ursprünglich um den schottischen Namen Farquhar handelt. Nach dem Motto: "geschrieben wie gehört".
Farquhar (schottisch), vom gaelischen Eigennamen Fearchar, abgeleitet von alten keltischen Elementen, die soviel wie dear, beloved man bedeuten (geliebter, teurer Mann). Aus einem Clan oder separat, die Farquahrs sind Nachfahren von Farquhar Macintosh, einem Enkelsohn des Gutsherren von Macintosh, welcher vor 1382 aus Braemar in Schottland kam.6, 7, 8
Sehen wir uns also die Geschichte der Schotten etwas näher an, so stellen
wir fest, dass bereits ab dem 13. Jahrhundert Handelsbeziehungen über Brügge in Belgien,
aber auch über die gesamte Ostseeküste nach Brandenburg, Preussen und ins Baltikum bestanden,
wie aus dem Hansischen Urkundenbuch und aus den Urkunden des Hochmeister Ordens ersichtlich.
Schotten waren als Soldaten in der franz. Armee, aber auch in russischen, polnischen und
preussischen Diensten. Sie waren Hausierer, später Händler und Siedler in Polen, und als
solche in Posen, Lublin und Lissa, selbst mit dem Namen Farquhar im 17. Jh. wiederholt belegt.
Sie gingen vornehmlich über Danzig, Breslau und Prag auf Pilgerreise nach Rom.
Letztlich
lebten im 17. Jahrhundert 35 000 Schotten Familien in Polen.9, 10, 11, 12, 13
Also ist die Vermutung, das sich ein früherer Hausierer, versprengter Soldat oder frommer Pilger, Anfang des 15. Jahrhunderts in dem gerade erst 200 Jahre urbar gemachten Reihenhufendorf Langenwolmsdorf (1232), in eine Bauerntochter verliebte und dort sesshaft wurde, damit er zum Stammvater aller deutschen Forker, Furker, Forkert und Furkert werden konnte, nicht ganz abwegig.
Nach meiner heutigen Erkenntnis gab es wahrscheinlich in Niederschlesien einen weiteren Übergang von Farquhar zu Forkert/Furkert. Denn in mindestens 10 Ortschaften rund 20 km um Grünberg (heute poln. Gelena Gora) finden sich ab 1584 Forkert Vorkommen, deren Nachfahren über Deutschland verteilt zu finden sind.
(Stand 03.2008)
Quellen:
Übrigens wussten Sie, daß es einen Berg gibt, der unseren Namen trägt, zugegeben kein hoher -, ein kleiner Berg,
aber wer hat das schon und wenn Sie wissen wollen woher der Berg seinen Namen erhielt, dann lesen Sie bitte unter dem Bild weiter!
FORKERSBERG
Die zu dem Gut Nr. 88 in Polenz gehörenden Felder reichen nach Norden über die Böhmische Glasstraße
(Stolpen - Neustadt) sowie über die parallel laufende Eisenbahnstrecke (Stolpen - Neustadt) bis westlich, neben den östlich
gelegenen, 393,6 m hohen Berg, der nach den jeweiligen Flurbesitzern des Gutes 88 benannt wurde, nun aber
den Namen Forkersberg trägt.
Laut Aussage des derzeitigen Grundeigentümers reichen die heute zum Gut 88 gehörenden Grundflächen nicht auf den Grund,
der als Forkersberg bezeichnet wird.
Bei dem Gut 88 gibt es ja keine Zweifel, denn nach den jeweiligen Besitzern wurde der Berg benannt.
Das Gut Nr. 88 (früher Nr. 80)
liegt in Polenz rechts neben der Dorfstraße (in Flussrichtung Polenzbach gesehen)
Heute Polenzer Str. Nr. 117; 01844 Neustadt i. Sa. Ortsteil Polenz; Eigner Roland Barthel
Erster Besitzer des Gutes um 1501 war Paul Glanz. Siehe Dorf Chronik Polenz.
2.) Georg Moller 1530
3.) Jacoff Moller 1546
4.) Hans Moller von 1551 bis 1579
5.) Mates Pflücke und Erben von 1583 bis 17.04.1612
6.) Urban Pflücke von 17.04.1612 bis 10.03.1636 Sohn, Kaufpreis 850 Thaler.
Urban Pflücke und Jacob Richter tauschen ihre Güter.
Richter zahlt noch 190 Thaler an Pflücke.
7.) Jacob Richter von 10.03.1636 bis 11.02.1652 Besitzer des Gutes Nr. 90
8.) George Schuster von 11.02.1652 bis 30.01.1654 Schwiegersohn, Kaufpreis 400 Thaler.
9.) George Schuster von 30.01.1654 bis 21.04.1699 Kaufpreis 550 Thaler
d. Jüngere u. Erben
10.) Christoph Schuster von 21.04.1699 bis 11.02.1728 Sohn, Kaufpreis 400 Thaler
11.) Christoph Druhöl von 11.02.1728 bis 25.03.1741 Schwiegersohn, KP 300 Thaler
12.) Christian Truhöl von 25.03.1741 bis 06.02.1781 einziger Sohn, KP 425 Thaler
u. Erben
13. Johann Gottlieb Truhöl von 06.02.1781 bis 28.02.1791 jügster Sohn, KP 450 Thaler
63 Jahre in Truhöl Besitz
14.) Johann Gottlieb Forker (#130) von 28.02.1791 bis 13.10.1832 2. Sohn drittes Kind und Erben
er kam aus Langenwolmsdorf, KP 1.100 Thaler,
15.) Johann Gottfried Forker (#354) von 13.10.1832 bis 06.10.1868 KP 1.200 Thaler, Neubau 1839
jüngster Sohn
16.) Ernst Friedrich Forker (#385) von 06.10.1868 bis 27.08.1914 KP 10.000
17.) Agnes Elisabeth Röber (#388) 27.08.1914 geerbt als Tochter, geb. Forker.
Daher also Druheinsberg bis 1791 - (63 Jahre) und danach seit 1791 (Forkersberg - (123 Jahre)
07.05. 2003
Nach Rücksprache mit
Staatliches Vermessungsamt Pirna
Schlosspark 22
01796 Pirna
03501/7877-111
Die Pflege und Feststellung von örtlichen Gebietsbezeichnungen wie Forkersberg
obliegt einer staatlichen Kommission bei den Vermessungsämtern unter Einflussnahme des örtlichen Gebietstopographen
(im Vermessungsamt Pirna) und der jeweiligen Gemeinde.
Da erst wieder seit der deutschen Einheit 1992 auf diese regionalen Ortsbezeichnungen
(im Gegensatz zur DDR Zeit) wert gelegt wird, ist so schnell mit einer Neu- oder Umbenennung
des Forkersberges nicht zu rechnen.
Lt. Herrn Ender (Vermessungsamt Pirna Gebietstopograph)